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Bibliothek – der Buchbestand


* Da als Klosterbibliothek gebaut und angelegt, spiegelt der Buchbestand zunächst die Schwerpunktsetzung des Lebens und der Arbeit der Mitbrüder des Redemptoristenklosters wieder (‚Benutzerbibliothek’):

- Auf der ersten Ebene: Fachliteratur für die Predigt (‚ausdrückliche Verkündigung’ als erste Aufgabe); Fachliteratur zum Bereich ‚Exerzitien/Spiritualität’ (zuerst selber leben, was man verkündet/weitergibt; Exerzitienarbeit als zweiter Schwerpunkt); Fachliteratur zum Bereich Liturgie (feierliche, alle Sinne ansprechende Liturgie als dritter Schwerpunkt; eigene Klosterkirche als der entsprechende Raum dazu); Näheres unter Link: ‚Kirche’.

- Auf der zweiten Ebene das Hintergrundwissen: die klassischen theologischen Disziplinen: Dogmatik, Apologetik/Fundamentaltheologie, Moral-, Pastoraltheologie, Kirchenrecht, Philosophie, Bibelwissenschaften, Kirchengeschichte. – Vermittlung und Erhaltung theologischer Kompetenz.

- Auf der dritten Ebene: Sprache/Literatur: Klassikerausgaben, Belletristik, Lyrik, Dramatik; klassische und moderne Sprachen; Naturwissenschaften, Profan- und Kulturgeschichte, Bildende Kunst, Musik. Hagiographie – ordensspezifische Literatur. – Vermittlung und Förderung von (vor allem) kultureller Weite.

* Der über 80 Jahre gewachsene Bestand (über 25 000 Bände) spiegelt ein Stück Zeitgeschichte:

- Mit seinen (unübersehbaren) Defiziten die notvolle Zeit nach dem verlorenen ersten Weltkrieg, die Zeit des z.T. brutal kirchenfeindlichen Nationsozialismus und des in seinem Verlauf und seinen Folgen katastrophalen zweiten Weltkrieges; 40 Jahre dezidiert atheistisch agierenden Sozialismus der DDR. So konnte der Großteil der Bücher nicht erworben werden, da keine finanziellen Spielräume vorhanden waren, sondern kamen durch ordensinterne Schenkungen und Nachlässe in die Bibliothek.

- Dennoch spiegeln die vorhandenen Titel durchaus die jeweils brennenden Zeitfragen: u.a. die ‚soziale Frage’ zwischen den beiden Weltkriegen; die ideologische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem atheistisch konzipierten Sozialismus.

- Das Vorhandensein der wichtigsten theologischen Literatur bis 1990 aus dem Westen zeigt, dass trotz erzwungener Isolation die alten Verbindungen (teils auf ‚konspirativen Wegen’) erhalten blieben.

* Zwei zeitgeschichtlich gewachsene Bestände, die gesondert untergebracht sind, verdienen Erwähnung:

- Eine Sammlung von kirchlich/christlicher geprägter Belletristik aus der Zeit zwischen 1949 und 1989 mit fast 1500 Titeln; und

- eine Sammlung von Kunst- und Bildbänden mit über 600 Titeln, die u.a. das überaus kompetente Schaffen in den sozialistischen Ländern in diesem Bereich und Zeitraum eindrucksvoll dokumentiert.

* Eine ebenfalls gesondert aufbewahrte Sammlung von Nachschlagewerken aus allen relevanten Bereichen (u.a. das berühmte ‚Grimmsche Wörterbuch der Deutschen Sprache’ im Original, das bekanntlich in Heiligenstadt aus der Taufe gehoben wurde durch die Vertragsunterzeichnung mit der Verleger Hertel aus Leipzig); sowie ein Zeitschriftendepot und ein Zeitschriftenarchiv mit (zum großen Teil gebundenen) Fachzeitschriften aus den Bereichen Theologie und Kultur runden den Bestand ab.

* Obwohl erst 80 Jahre alt, hat die Klosterbibliothek ihre Wurzeln tief in die Geschichte hineingesenkt. Mit ca. 200 Bänden aus der Zeit vor 1800; und neuerdings einem Bestand von 100 Bänden aus der Zeit vor 1500 (Inkunabeln und Handschriften – noch nicht im Katalog) bewahrt sie Schätze, die die Bezeichnung ‚historische Bibliothek’ auch im engeren Sinn rechtfertigt. Einiges Beispielhafte ist in Vitrinen untergebracht und für den interessierten Besucher zu bestaunen.

* Die historische Klosterbibliothek wurde in sechsjähriger Arbeit aufgearbeitet (abgeschlossen Sommer 2008): Der gesamte Bestand wurde gesichtet, der vorgegebenen historischen Struktur zugeordnet (vgl. ,Fachbereiche' im Katalog), mithilfe eines für diese Aufgabe zugeschnittenen Computerprogramms erfasst und zusätzlich in einer neuen Kartei (traditionell) gesichert.

* Die uneingeschränkte Nutzung (Ausleihe) ist nur ordensintern möglich. Für auswertige Nutzer ist Einsichtnahme vor Ort (nach vorheriger Anmeldung) möglich. (Tel. 03606/608030 Fax. 03606/608055)

Für Nutzer des Internets ist die Bibliothek erschlossen unter dem Link ‚Katalog’. Möglich ist:

  1. Autorenrecherche;

  2. Titelrecherche – mit allen weiteren bibliographisch relevanten Daten;

  3. Fachbereichsrecherche (in der historisch vorgegebenen lateinischen Version);

  4. Schlagwortrecherche (anhand eines alphabetisch geordneten Schlagwortregisters).

  5. Kombinationsrecherche (z.B. Autor + Fachbereich; Fachbereich + Schlagwort)

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