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Die Bibliothek


* „Sie sollen ihr Leben unter Büchern zubringen“ – diesen dringenden Rat gab der hl. Alfons Maria von Liguori (1696 – 1787), Gründer des Redemptoristenordens, seinen Ordensmitbrüdern. Er, der den Ehrentitel ‚Kirchenlehrer’ trägt, selbst vielseitig begabt (auch in Musik und Malerei),ein außerordentlich fruchtbarer theologischer und geistlicher Schriftsteller, der bis heute weltweit immer wieder neu aufgelegt, übersetzt und natürlich gelesen wird, wusste, wovon er sprach:

Eine verantwortliche und fruchtbare christliche Verkündigung braucht theologische und geistliche Kompetenz und – geistig-kulturelle Weite.

* Als in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Redemptoristen sich entschlossen, im Eichsfeld eine Klostergründung zu versuchen, und unter äußerst schwierigen Rahmenbedingungen mit grenzenlosem Gottvertrauen ein funktionstüchtiges und zukunftsfähiges Kloster zu bauen, stand außer Frage, dass in diesen Klosterneubau auch ein Bibliotheksraum hineingehörte, der den Bedürfnissen des Klosters und seinen Aufgaben entsprach.

* Das Kloster wurde im Stil des ‚sizilianischen Barock’ errichtet, untern anderem deshalb, um die (mediterranen) Wurzeln der Ordensgemeinschaft sichtbar zu machen (1732 in Neapel gegründet). Der Bibliotheksraum wurde dementsprechend als barocke Saalbibliothek ausgeführt.

* Die Einrichtung des beeindruckenden, dreigeschossige Raumes, wurde von ordenseigenen Handwerkern (‚Brüdern’) ausgeführt; die Regale an den Wänden und vor allem die aus Holz gearbeiteten Galerien überzeugen durch ihre Stilsicherheit und handwerkliche Solidität. So kommt es zu einer ‚barocken Saalbibliothek’ im Eichsfeld, die – neben der ‚Anna Amalia’ in Weimar - die einzige barocke Saalbibliothek in Thüringen sein dürfte.

* Wegen ihres (für ihre Größe) erstaunlich umfangreichen Bestandes in Literatur, Kunst, Musik kann sie für sich zu Recht den Ehrennamen ‚Eichsfelder Anna Amalia’ beanspruchen und ist nicht nur eine architektonische Rarität in Thüringen, sondern darüber hinaus touristisches Highlight des (Ober)eichsfeldes, sowie kulturelles Gedächtnis einer traditionell ‚katholisch’ geprägte Enklave.

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